A-Junioren verspielen 3:0 Führung

15 starke Minuten reichen nicht aus, um ins Pokalfinale einzuziehen. Das mussten unsere A-Junioren am Samstag auf die harte Tour lernen. Aber der Reihe nach. Samstag 12:30, an den „Drei Eichen“ - Pokalhalbfinale zwischen unseren Lila-Weißen und den Junioren vom RSV Mellensee. Das Hinspiel wurde unglücklich mit 3:2 verloren, aber man hatte immerhin zwei Auswärtstore geschossen. Soweit die Ausgangslage für unsere Jungs.

Nun konnten unsere Junioren beweisen wie sehr sie ins Finale einziehen wollen und konnten zu Hause alles klar machen. Nach 15 Minuten stand es auch schon 3:0 doch am Ende kam alles anders. Das Spiel begann hektisch und war auch sehr Körperbetont. Man setzte also da an, wo man im Hinspiel aufgehört hat. Schiedsrichter Beyes hatte also von Anfang an viel zu tun, verpasste es jedoch dem Spiel eine klare Linie zu verpassen. So wurden mehrere Fouls nicht geahndet, Tätlichkeiten übersehen und Beleidigungen überhört. Vermutlich ist das aber heutzutage Gang und Gebe im Juniorenbereich.

Rein ins Spiel. Beide Mannschaften spielten mit offenem Visier und somit ergaben sich gute Chancen auf beiden Seiten im Minutentakt. In der dritten Spielminute war es dann Mellensee, die Ihre erste Möglichkeit hatten, diese jedoch kläglich vergaben. Ein Spieler der Gäste lief ganz allein auf Schlussmann Stiehl zu, welcher aber geschickt aus dem Tor lief. Der Abschluss war dann keine Gefahr für das Tor der Lila-Weißen. Einige Minuten später klingelte es dann zum ersten Mal im Tor der Grün-Weißen. Ein langer Einwurf an die Kante des 16er konnte nicht richtig geklärt werden und David Scholz nutze die Möglichkeit das Leder schön in die lange Ecke zu schießen. So hatte sich das Trainer Kache vorgestellt. Ein schnelles Tor um den Gast unter Druck zu setzen, da man dank der Auswärtstorregel nun im Vorteil war. Sichtlich geschockt von dem Tor, kam es nun zu einigen Ungenauigkeiten im Spiel der Mellenseer und so rannten sich der Schlussmann und ein Verteidiger selber über den Haufen nach einem langen Ball und Pit Schötz hatte kein Problem den Ball ins leere Tor einzuschieben. Jedoch verletzte sich der Schlussmann der Gäste bei dieser Situation leicht und war mit der Entscheidung des Schiedsrichters nicht wirklich einverstanden.

Fünf Minuten später stand dann der Schiedsrichter erneut im Mittelpunkt. Nach einem langen Pass aus dem Mittelfeld läuft Lehmann alleine auf das Tor der Gäste zu und der Schlussmann kommt mit viel Tempo herausgestürmt. Jedoch ist Lehmann schneller am Ball und kann per Kopf am Torwart vorbei ins Tor spielen, welcher danach mit Ihm zusammen knallt. Erneut bleibt der Pfiff aus und der Schlussmann der Grün-Weißen liegen. Nach längerer Behandlung steht dann fest, dass er Ausgewechselt werden muss und da Mellensee anscheinend keinen Ersatztorwart hat, musste wie im Hinspiel, ein Feldspieler die Position im Tor einnehmen. Die Diskussionen nach dem Tor brachten noch mehr Feuer ins Spiel und zogen die ersten gelben Karten nach sich, denn nur wenige Minuten später sollte der Schiedsrichter alle Hände voll zu tun haben. Nach einem rüden Foul von Nier an Cacan, brannten dem Spielmacher des RSV etwas die Sicherungen durch, worauf er sich zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ. Nier nahm dies natürlich übertrieben an und ließ sich in bester Bundesligamanier auf den Boden fallen. Schiedsrichter Beyes verteilte nur gelb und das Spiel ging für beide weiter. Mit einer roten Karte für beide, hätte man das Spiel vermutlich etwas beruhigt und sich den Respekt verschafft, der in der restlichen Spielzeit notwendig gewesen wäre um die Jungs ein wenig unter Kontrolle zu bringen. Nach Abpfiff standen immerhin 7x gelb und einmal gelb-rot auf dem Spielformular.

Als sich das Spiel beruhigt hatte konnte man erst einmal die Geschehnisse richtig sortieren. Eine Viertelstunde war vorbei und Köris führte mit 3:0. Damit schien für einige Spieler der Einzug in das Finale schon festzustehen, woraufhin man anfing, dass Spiel etwas entspannter anzugehen. Dadurch brachte man die Gäste nun aber immer mehr ins Spiel und angeführt von Ihrem Spielmacher Cacan, kamen die Grün-Weißen nun immer öfter und vor allem gefährlicher vor das Tor unserer Jungs. In der 29. Minute war es dann soweit. Nach einem langem Freistoß stand Schulz ganz frei im 16er der Köriser und nahm den Ball sicher an, eine schnelle Drehung und der Ball zappelte in der langen Ecke. Schönes Tor, aber auch unter großer Mithilfe der Köriser Abwehr. Durch den Gegentreffer wachten unsere Jungs dann noch einmal auf und spielten sich viele gute Möglichkeiten heraus, welche jedoch fahrlässig und teilweise zu eigensinnig abgeschlossen wurden. Auf der anderen Seite konnte man dank Stiehl dann mit 3:1 in die Halbzeit gehen.

Die zweite Halbzeit war dann bis zur 75. Minute ein Spiel in eine Richtung. Mellensee war jetzt klar besser und setzte unsere Lila-Weißen immer mehr unter Druck. Man wusste sich nur noch mit langen Bällen zu helfen, welche dann zu überhastet verdribbelt oder durch Fehlpässe direkt an die Gäste wieder verloren wurden. Immer wieder stand jetzt Stiehl im Mittelpunkt der Geschehnisse, jedoch hielt er seinen Kasten sauber und musste auch zwei, drei Mal in letzter Sekunde eingreifen. In der 75. Minute gab es dann die erste Möglichkeit für unsere Jungs. Eine Flanke von rechts wurde von einem Mellenseer Verteidiger unfreiwillig verlängert und am langen Pfosten stand ein Lila-Weißer bereit, dass Leder einzuschießen. Ein Grün-Weißer konnte noch in letzter Sekunde dazwischen springen und den Ball abwehren. Man hatte jetzt den Eindruck, dass die Jungs sich erholt hätten und die letzte Viertelstunde nochmal Gas geben könnten, doch es kam alles anders. Durch ein Foulspiel im Strafraum von Ullert, bekam Mellensee die Möglichkeit das 3:2 zu schießen, was gleichzeitig Verlängerung bedeuten würde. Der Elfmeter ist vertretbar, jedoch auch der fehlenden Linie des Schiedsrichters zuzuschreiben.

Den fälligen Elfmeter verwandelte Müller sicher in die Linke untere Ecke. Stiehl ahnte die Ecke, jedoch war der Elfmeter zu platziert geschossen. Mellensee bewies eine Klasse Moral und konnte nun zumindest mit der Verlängerung planen. Jedoch stelle Beyes nur drei Minuten später einen Verteidiger vom RSV vom Platz. Gemessen an der Linie die er verfolgte nicht wirklich verständlich, da es vorher gut und gerne auch zwei drei andere Spieler hätte treffen können aber sei es drum. Somit hatten unsere Jungs nun den Vorteil auf Ihrer Seite, welchen Sie dann zur Verwunderung aller nicht nutzen. Anstatt sich in die Verlängerung zu begeben spielten man nun voll auf Offensive. Die Quittung bekam man in der 87. Minute. Alles rannte nach vorne und ein Befreiungsschlag der Gäste landete direkt bei Schulz, der seinen Gegenspieler einfach überlief und danach noch den herausstürmenden Stiehl ausspielte und nur noch ins Leere Tor einschieben musste. Das war natürlich die Entscheidung, da ein 4:4 dank der vier geschossenen Tore der Mellenseer nicht reichen würde.

Als der Abpfiff ertönte, waren die Jungs platt und die Gäste aus Mellensee freuten sich über den Einzug in das Finale, wo man nun auf den Ludwigsfelder FC trifft. Abschließend muss man wiederholen, dass 15 gute Minuten nicht ausreichen, um ein Pokalfinale zu erreichen. Mellensee hat Moral bewiesen und sich am Ende selbst belohnt. Glückwunsch!

 

Unsere Mannschaft: Stiehl, M. Lehmann, Schötz, Scholz, Kulessa, Nier, Eschke, P. Lehmann, Kocur, Orphal, Knuth, Ullert, Kretzschmar, Urban, Hanschke, Damm

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